Wieder in Hamburg und im Alltag

28. Januar 2010

Inzwischen ist es schon beinahe einen Monat her, dass wir in Bangkok waren. Das war ein Schock: 30 warme Grad beim Einsteigen ins Flugzeug und beim Aussteigen satte 40 Grad weniger. Viel schockierender war jedoch, dass wir in Bangkok beim Abflug buntes Feuerwerk betrachten konnten und in Deutschland plötzlich die Farbe fehlte – die Welt war nur noch schwarz-weiß. Oder schneebedeckt, wie wir später feststellten. Zumindest ist das Winterwetter in Hamburg dieses Jahr hübsch und wir haben nicht so hässliche Matsch-Grau-Nass-Schneerest-Matsch-Landschaften sehen müssen.
Nach unserer Ankunft mussten wir ein paar Sachen organisieren: Essen mit den einen Eltern, bei den anderen Eltern die Kater abholen, Arbeiten für die Uni vorbereiten und so weiter. An unserem zweiten Tag setzte sich der Jetlag jedoch durch und Karina hat satte 24 Stunden durchgeschlafen. Dabei hatte sie anfangs noch die Hoffnung zum Frühaufsteher mutiert zu sein, da sie um fünf von alleine putzmunter aufwachte (in Bangkok war es schließlich schon 11 Uhr).
Nach diesem verschlafenen Tag war dann aber wirklich wieder Alltag angesagt: Uni, Job, neues Praktikum, Freunde wiedersehen, da hat man sich schon das ein oder andere Mal zurück nach Bangkok gesehnt. Nicht zuletzt wegen des Essens. Aber jetzt sind wir wieder in Hamburg und hier ist es auch schön. Wobei: Wenn man einen Schlitten besäße und jemanden, der einen auf diesem zur Arbeit zöge, dann wäre es noch schöner. Es ist einfach toll, wie schneeig Hamburg zur Zeit ist.

Zum zweiten Mal in Bangkok

22. Dezember 2009

Gegen sieben Uhr heute Morgen haben wir die Stadtgrenze von Bangkok überquert und sind seitdem wieder in der Hauptstadt und damit im Zentrum Thailands. Diese Stadt ist einfach toll! Es ist hier einfach so lebendig, weil auf den Straßen so viel los ist. Wir wünschen uns für zuhause auch so viele Straßenmärkte mit so tollen Essensmöglichkeiten – und natürlich für den gleichen Preis (zumindest im Verhältnis, denn so viele Leute wie dort essen, kann man sich das offensichtlich auch als Thai leisten – wir haben uns übrigens schon gefragt, ob es sein könnte, dass einige Asiaten einfach keine Küche in der Wohnung haben?).

Unser erster Anlaufpunkt war die Touristen-Info, denn wir brauchten immer noch eine Möglichkeit, um am Morgen des 24. in Trang zu sein – unsere Übernachtung in Bangkok vom 22. auf den 23. wollten wir aber auch gerne behalten, denn wir mussten noch diverse Sachen besorgen. Die Tourist-Info war zwar sehr nett, konnte uns aber auch nicht helfen und so beschlossen wir zähneknirschend, die Sitzplätze zu nehmen, die es für den Nachtzug noch gab.

Eine weitere Möglichkeit wäre sicherlich gewesen, sich den ganzen Tag mit diesem Problem zu beschäftigen, sämtliche Buslinien abzuklappern, doch wo anders zu sparen und zu fliegen (wobei dann wären wir schon am 23. da gewesen, da am 24. kein Flug geht) oder einen Mietwagen (mit Chauffeur? Karina will zwar gerne mal den Linksverkehr ausprobieren, aber nicht als erstes in Bangkok) zu nehmen.

Inzwischen war es auch schon kurz vor acht Uhr. Beim Rausgehen bemerkten wir, wie sich sämtliche Uniformierte versammelten und das war auch klar, denn um Punkt acht wurde die Hymne gespielt. Da wir zu dem Zeitpunkt gerade vor der Tür standen, gingen wir schnell wieder hinein, um uns anzusehen, wie für einige Sekunden, der rummelige Bahnhof zu einem Ort der Stille wurde: Ein tolles Schauspiel! Wahrscheinlich sogar noch netter in öffentlichen Parks, vielleicht schaffen wir das ja am 31.?

Nach diesem kurzen Abstecher in die Besonderheiten des Landes, suchten wir uns ein Taxi und ließen uns zum Demokratie Denkmal bringen. Denn: Wir hatten leider vergessen uns aufzuschreiben, wo genau unser Guesthouse war – aber dort in der Nähe musste es sein und da eine der Straßen so ähnlich hieß wie das Guesthouse, fanden wir es auch innerhalb von fünf Minuten. Dort angekommen wurden wir freundlich empfangen und durften unser Zimmer beziehen – ein wahres Schmuckstück mit eigenem Duschbad (die letzten zwei Tage hatten wir ein Gemeinschaftsbad, das ziemlich blöd organisiert war, da Dusche und Toilette nicht getrennt waren). Unser Guesthous wurde übrigens in diesem Monat von Hostelling International zum besten Guesthouse des Jahres gewählt. Uns fällt es dann an so Kleinigkeiten wie Badelatschen im Zimmer auf und – Karina freut das sehr, Thomas freut sich aber mit – der Instant-Kaffee (etwas anderes zu bekommen ist in Thailand sehr schwierig) ist umsonst!

Nachdem wir ausgepackt haben, Karina einen Kaffee getrunken hat und unsere Einkaufsliste fertig gestellt wurde, machten wir uns mit dem Bus auf den Weg zum Shopping. Busse scheinen übrigens neuerdings in Bangkok nichts mehr zu kosten, jedenfalls sind wir heute zweimal Bus gefahren und nie wollte irgendjemand von uns, aber auch nicht von den anderen, Geld. Sicherlich werden wir uns darüber nicht weiter beschweren.

Zunächst haben wir einen Blick in das größte Shoppingcenter Südost-Asiens geworfen, dann aber festgestellt, dass die dort angebotene Ware stark über unserem Budget liegt. Und schwupps, waren wir wieder draußen und sind ein paar Straßen weiter in ein anderes Shoppingcenter gegangen, das mehr einem überdachten Markt glich und dessen Preise auch einfach nur doppelt so teuere waren. Mittags haben wir dann clevererweise im fünften Stock mit den Thais gegessen, die Touristen, von denen es im Einkaufszentrum geradezu wimmelte, waren überwiegend im sechsten Stock essen und zahlten dort locker zwei bis drei Mal so viel, aber wenn sie meinen… .

Unsere Einkaufsbeute: Ein Strandkleid für Karina, eine Strandhose für Thomas, zwei T-Shirts für Thomas, FlipFlops für Thomas, eine Taschenlampe für uns beide, Kopfhörer für Thomas und diverse Drogerieartikel für uns beide und für Karina.

Wir benötigen noch dringend: Jeweils eine Sonnenbrille und zwei bis vier Strandlaken. Das alles muss morgen, spätestens aber übermorgen Vormittag besorgt werden, denn danach haben wir keine Chance mehr. Karina hätte zwar gerne eine dicke Decke für den Nachtzug, aber darauf verzichtet sie ausnahmsweise und hofft auf viele Strandlaken, um sich zusätzlich in diesen einzudecken.

Nach unserem Shopping-Bummel wollte wir im Hotel essen, doch das Restaurant dort hatte leider schon geschlossen, sodass wir doch noch einen kleinen Spaziergang durch Bangkok machten. Thomas schwieg großteils, da er immer noch nicht wieder bei Stimme war. Dennoch zeigte er den Weg an und das eine Mal als wir uns verliefen, landeten wir auf einer Brücke und hatten noch einmal einen wunderschönen Blick über die Stadt.

Dann aber haben wir es doch geschafft und sind in der Nähe der Khao San Road angekommen, in dem Restaurant, in dem wir an unserem zweiten Tag den Photoapparat beinahe verloren hätten. Dort gab es dann Curry und ein Reisgericht und anschließend einen Spaziergang “nach Hause”, diesmal auf direktem Wege.

Im Hotel passierte dann nichts großartiges mehr, außer dass dieser Blog jetzt gerade gefüllt wird.

Und das ist auch gut so, denn morgen werden wir hier auschecken, entweder einkaufen oder ins Museum gehen, unsere Sachen aus dem Guesthouse abholen, mit dem Zug über Nacht nach Trang fahren und dann übersetzen nach…

Es kommt die Auflösung, wo wir Weihnachten verbringen: LaoLiang.

In Lao Liang bleiben wir mindestens bis zum 28., vielleicht einen Tag länger (wir wollten bis zum 29. bleiben, aber die Nacht konnte man uns noch nicht zusagen), und genießen die Sonne und das Meer.

Viel mehr können wir dort auch nicht genießen, da es ja nichts gibt. Aber dafür gibt es auch nichts Nerviges und wir sind mal so wirklich weg aus der Welt – okay, es gibt Strom, es gibt auch Badezimmer. Aber: Es gibt ein Riesenfunkloch – zumindest gehen wir davon aus, sodass wir uns wahrscheinlich einige Tage nicht melden werden und auch nicht erreichbar sind.

Hier eine Beschreibung des deutschsprachigen Reisevertreibers und sein eigener Erfahrungsbericht.

Da wir Weihnachten keine Möglichkeit dazu haben werden, wünschen wir euch schon jetzt:

Frohe Weihnachten!

Feiert alle schön, genießt die besinnliche Zeit, das leckere Essen und vielleicht gibt es ja sogar Schnee.

Also, erstmal bis demnächst,
Thomas und Karina

Im Nachtzug nach Bangkok

22. Dezember 2009

An unserem dritten Nong Khai-Tag bestand unsere komplette Tagesaufgabe darin, dass wir uns auf die Fahrt im Nachtzug nach Bangkok vorbereitet haben. Das heißt konkret: Wir haben gepackt, Geld abgehoben, um das Hotel zu bezahlen und anschließend noch etwa sieben Stunden im wundervollen Garten von MutMee in den Hängematten gelegen beziehungsweise auf Stühlen gesäßen und gelesen. Ja, es war toll! Aber unspektakulär… .

Gegen 17 Uhr sind wir dann zum Bahnhof aufgebrochen, relativ unproblematisch mit TukTuk und haben dann versucht, eine Bahnkarte für den 23. auf den 24. von Bangkok nach Trang zu besorgen. Leider erfolglos, der Zug, mit dem wir fahren wollten, war ausgebucht. Also sind wir in unseren Zug nach Bangkok gegangen und haben es uns dort erst einmal bequem gemacht.

Nach etwa einer halben Stunde ist der Zug dann endlich losgefahren und weiter 30 Minuten später kam der Zugbegleiter, um unser Bett zu machen. Der Rest sah dann auch folgendermaßen aus: Wir sagten uns “Gute Nacht!” und gingen “schlafen”, das heißt, Thomas hörte unten Musik und Karina las oben. Als Entschuldigung müssen wir an dieser Stelle erwähnen, dass inzwischen Thomas den Air-Con-Stimmenverlust bekommen hat.

Die Nacht im Zug war im oberen Bett übrigens grauenhaft, weil es zog wie nichts gutes und als Bettdecke hatte man gerade mal ein Riesen-Handtuch, also die Größe kam schon hin, aber sie war einfach nicht dick, sondern wirklich nur ein dünnes Handtüchlein. Brrr, war das kalt!

Zweiter Tag in Nong Khai, jetzt doch fleißig

21. Dezember 2009

An unserem zweiten Tag in Nong Khai stand das Ausspannen erst an zweiter Stelle, dabei waren die Hängematten schon sehr verlockend. Und wir hatten ja genug Lektüre, wobei Thomas sein erstes Buch schon durchgelesen hat.

Nach einem Omelette zum Frühstück haben wir uns Fahrräder geliehen und wurden von Addi, einer Engländerin gefragt, ob sie uns begleiten könne. Also machten wir uns zu dritt auf den Weg zum Sala Kaew Ku Skulpturenpark, der angeblich 7 Kilometer von unserem Guesthouse entfernt sein soll (wir vermuten es waren in etwa vier Kilometer).

Unser Weg ging die meiste Zeit an der Wasserpromenade entlang, zwischendurch machten wir einen Stopp am Indochina-Markt, wo sowohl thailändische als auch laotische Händler ihre Waren feil bieten dürfen. Unsere Beute waren zwei Schals für insgesamt 100 Baht, denn der Schal, den wir mitgenommen haben, bräuchte dringend eine Wäsche ehe er wieder nutzbar ist. Wenn wir in Bangkok sind, müssen wir auch dringend noch ein paar T-Shirts kaufen, denn jeder von uns hat schon den Verlust eines T-Shirts zu beklagen, sei es durch mysteriöses rotes Schwitzen oder durch Blutflecken. Aber egal, der Markt in Nong Khai war sehr schön und man hätte dort sicher auch einen ganzen Tag lang einkaufen können, aber er lag ja nur auf dem Weg und war nicht das Ziel unseres Ausflugs.

Nach einer kleinen Strecke durch eine Schule und durch eine Tempelanlage – zwischendurch musste Thomas die Räder über ein verschlossenes Tor hieven – waren wir dann endlich beim Skulpturenpark angekommen. Der Park war wirklich toll und wir hatten eine Menge Spaß, auch an den Fischen, die in diesem Park ziemlich skurril nahe der Wasseroberfläche schwommen und auf Fischfutter hofften, das man kaufen konnte.

Da wir schon um 15 Uhr mit dem Park “durchwaren”, beschlossen wir, uns auf dem Markt noch etwas zu essen zu kaufen und dann noch ein wenig Rad zu fahren, um zu picknicken. Wenn man durch die etwas abgelegeneren Straßen fährt, dann stellt man fest, dass die ersten Wörter die thailändische Kinder auf englisch lernen “Hello!”, “Goodbye!” und “What is your name?” sind. Diese werden einem nämlich immer entgegen gerufen, wenn man sich in den Gegenden aufhält. Inzwischen wissen wir auch, dass “And what is your name?” nicht unbedingt verstanden wird… .Nach etwa einer Viertel Stunde haben wir einen Platz zum Picknicken gefunden, dort wurden wir zwar ziemlich bald von zwei kleinen Katzen, wahrscheinlich ein Zwillingspärchen, umkreist, aber sonst hatten wir einen ruhigen Blick auf den Mekong. Anschließend ging es zurück ins Guesthouse, auf dem Weg sahen wir dann noch die jüngste TukTuk-Fahrerin Thailands, jedenfalls kam uns ein TukTuk mit einer etwa Zehnjärigen entgegen, deren Vater hintendrin saß.

Als wir unsere Fahrräder abgegeben hatten, gingen wir in unser Zimmer und stellten fest, dass es ziemlich merkwürdig war, wieder deutsch zu sprechen, nachdem man sich einen ganzen Tag lang nur auf Englisch unterhalten hatte. Aber auch das funktionierte nach einige Minuten wieder.

Zu Abend haben wir dann auf der Nagarina gegessen, wo wir Addi wiedertrafen, mit der wir anschließend noch eineinhalb Stunden in die schwimmende Bar gegangen sind. Das war dann auch schon unser zweiter Tag in Nong Khai, am nächsten Morgen müssen wir schließlich früh aufstehen um bis elf mit dem Auschecken fertig zu sein, denn gegen 18 Uhr geht unser Zug nach Bangkok.

Ausspannen in Nong Khai

19. Dezember 2009

Heute morgen sind wir gegen acht Uhr aufgestanden, um in Tha Bo noch einige Sachen im Internet zu durchsuchen, schließlich wissen wir momentan nicht, wann wir dazu Zugang haben. Dann ging es auf zum Bus nach Nong Khai.

Auf dem Weg dorthin hatten wir den Eindruck, dass sich inzwischen im ganzen Dorf herumgesprochen hatte, das mal wieder Touristen da seien, jedenfalls sahen uns alle an. Das hatte immerhin den Vorteil, dass man sich mal wieder vorzüglich um uns kümmerte. Als einer der beiden möglichen Busse eintraf, aber nicht derjenige, an dessen Haltestelle wir standen, brachte man uns einfach die anderthalb Straßenecken weiter, damit wir nach Nong Khai konnten. Dorthin fuhren wir dann in einem Songthaew, eingequetscht zwischen etwa zehn Thailändern und mit einem sagenhaften Blick entlang des Mekongs.

In Nong Khai angekommen befragten wir erst einmal die Touri-Info, um zu erfahren, wo eigentlich unser Hotel lag. Man zeigte uns die Gegend auf einer Karte und wir nahmen dann doch lieber ein TukTuk, was sich im Nachhinein als sehr weise herausstellte.

Wie ihr sicher gesehen habt, haben wir uns für die nächsten zwei Nächte in einer Art Kommune einquartiert. Da wir ja relativ spät “gebucht” haben, haben wir nur noch ein Dreibett-Zimmer bekommen, aber für 350 Baht ist das in Ordnung. Außerdem haben wir eines der wenigen Zimmer (oder ist es das einzige?) mit Mekong-Blick, diesmal in der Theorie gegenüber der Hauptstadt von Laos, in der Praxis liegt diese doch noch etwa einen Kilometer ins Land hinein, sodass man keine Großstadtlichter sieht.

Den Rest des Tages waren wir sehr faul: Hier kann man alles bekommen, was das Herz begehrt. Neben einem Restaurant direkt an der Rezeption, gibt es ein weiteres im Fluß, es gibt einen Buchladen, in dem wir uns für die nächsten Tage eingedeckt haben, Yoga- und Meditationskurse etc. . Also, man muss hier echt nicht vom Gelände runter.

Dennoch: Heute abend haben wir tatsächlich das Angebot einer Mekong-Fahrt bei Sonnenuntergang wahrgenommen und es hat sich gelohnt. Man konnte so richtig schön dabei zugucken, wie Thailand und Laos zuerst das (Sonnen-)Licht ausgeht, ehe sich dann ganz viele Lichter einschalten. Nach der Bootsfahrt gab es noch Abendessen und einen Miniatur-Spaziergang durch das Dorf.

Unsere Herberge ist wirklich sehr schön und man könnte sicherlich zehn Tage hier verbringen und sich so richtig von allem erholen, aber wir bleiben ja nur zwei Nächte, sodass wir es nicht einmal bis nach Laos schaffen werden. Die 30 US-Dollar für die Einreise lohnen sich für so kurze Zeit einfach nicht, auch wenn Vientiane sicherlich auch eine interessante Stadt ist.

Stattdessen wird es morgen Umgebungssightseeing geben und wir werden uns weiterhin erholen. Wer weiß, vielleicht bekommen wir morgen ja sogar bei Tag einen Platz in der Hängematte? Jetzt sitzen wir gerade als einzige auf der Terasse, hören dem Mekong beim Fließen zu und beobachten einen Haufen tollwütiger Mücken um uns herum.

Wir werden aber auch demnächst ins Bett gehen, um morgen fit zu sein. Jetzt können wir auch gut schlafen, denn wir wissen jetzt, dass wir vom 22. auf den 23. in diesem Bangkoker Guesthouse schlafen werden. Und auch unser Weihnachts-Ausflug steht, aber den verraten wir erst auf den letzten Drücker.

Thailand am Mekong: Abenteuerreise nach Tha Bo

19. Dezember 2009

Nach einer Nacht unterm Moskitozelt am Mekong, wollten wir den Vorschlägen unseres Reiseführers folgen und weiter am Mekong entlang in Richtung Osten fahren. Zum Glück gab es jedoch in unserem Guesthouse Frühstück, während dessen wir über unsere weiteren Pläne ausgefragt wurden.

Zunächst einmal erfuhren wir, dass die Boote, die wir bis Pak Chom nehmen wollten zwar fuhren, aber nur auf eigene Anmietung und für etwa 4000 Baht. Okay, das hatte sich damit erledigt, blieb also nur der Bus. Doch da wurde uns gleich das nächste Problem mitgeteilt: Der Bus von Chiang Khan aus fuhr nicht regelmäßig, da die Strecke zu selten befahren war (dabei gab es einige Touris in Chiang Khan). Uns blieb also die Möglichkeit zuerst in den Süden weg vom Fluss zu fahren, um dann wieder mit einem anderen Bus in nord-östliche Richtung nach Pak Chom zu fahren oder ein TukTuk für die 40 Kilometer nach Pak Chom zu nehmen.

Da der Anschlussbus um 13 oder um 14 oder um 15 Uhr fahren sollte – so genau kann man das einfach vorher nie sagen – entschieden wir uns für das TukTuk, denn dort wussten wir, wir wären in einer Stunde dort und bekämen den Zug auf alle Fälle. Und: Das TukTuk kostetet uns für die Strecke “nur” 450 Baht – in Bangkok versuchen TukTuk-Taxis diese Summe für ein einmaliges Abbiegen zu erzielen.

40 Kilometer TukTuk sind schon ein ganz besonderer Spaß, schließlich ist dieses Verkehrsmittel nicht auf lange Strecke ausgelegt und schon gar nicht auf Bergauffahren, während hinten zwei Menschen mit Gepäck sitzen. Wir sind aber tatsächlich innerhalb der vermuteten Stunde angekommen und erfuhren dann gleich am Bahnhof, dass der Bus nach Nong Khai an dem Tag um 15 Uhr fahren würde. Wunderbar, so hatten wir zweieinhalb Stunden Zeit, um Mittag zu essen und der Markt war ja gleich nebenan.

Thomas entschied sich für einen Fisch in Salzmantel – und zwar für genau den der noch nicht fertig war. Wir warteten also etwa 20 Minuten darauf, dass unser Fisch gebraten wurde und lernten währenddessen einen Deutschen kennen, der auch gerade mit seiner Bekannten von Chiang Khan nach Nong Khai wollte. Die beiden hatten jedoch die Überlandstrecke gewählt.

Unser Fisch war megalecker und wir gönnten uns zwei frische Waffeln und eine Tüte Pepsi zum Nachtisch. Dann war es auch schon beinahe 15 Uhr und wir machten uns auf den Weg zum Bus, der kurze Zeit darauf tatsächlich losfuhr. In der Zwischenzeit hatten wir festgestellt, dass wir den Deutschen schon einmal gesehen hatten – seine Bekannte hatte pinkfarbene Haarsträhnen (mit etwa 50 Jahren) und wir erinnerten uns, die beiden sowohl in Sukothai als auch in Chiang Khan schon gesehen zu haben, jetzt sollten sich aber unsere Wege mal wieder trennen, denn wir wollten bereits in Tha Bo aussteigen, denn dort hatten wir ein tolles Guesthouse gefunden.

Nach einer Fahrt durch die tolle Mekong-Landschaft erreichten wir Tha Bo und entdeckten während der Fahrt auch schon ein Schild, dass zum “Ban Thai Tha Bo Guesthouse” führte. Leider hatten wir zwar gemerkt, dass es von jetzt auf gleich eine Möglichkeit gab den Busfahrer zum Halten zu bringen, aber wie genau die Thailänder diese umsetzten hatten wir leider nicht kapiert. Also fuhren wir noch etwa vier Kilometer weiter in die Stadt rein.

Dann hielten wir endlich – und gingen wir erst einmal eine Pepsi trinken, denn vier Kilometer Fußweg ohne Toilettenbesuch im Vorfeld waren einfach undenkbar für Karina. Dann aber machten wir uns endlich an sämtlichen TukTuks vorbei auf unseren Weg. Da es bereits 18 Uhr war, wurde es auch schon dunkel (dieser Prozess dauert in Thailand etwa zehn Minuten).

Dann kamen wir im Guesthouse an. Aber: Alles war dunkel, nur Schilder verweisten auf das Guesthouse. Wir gingen ums House: nichts. Das Nebenhäuschen zwar leicht beleuchtet, aber ohne Bewegung und Geräusche, auf unser Klopfen reagierte niemand.

Uns blieb nur eins: Wir mussten wieder zurück in die Stadt und entweder bei der Police Station (die hatten wir auf unserem Weg bereits passiert) oder im Internet-Cafe Erkundigungen über unseren weiteren Aufenthalt einholen.

Damit wir nicht eine Übernachtungsmöglichkeit verpassten, hielten wir die Augen offen nach Schildern die auf Guesthouses oder Hotels verwiesen. Leider erfolglos, außerdem waren die meisten Schilder einfach nur auf Thailändisch, wer weiß schon, was dort drauf stand… . Nachdem wir die große Kreuzung passiert hatten entdeckten wir in einem Garten ein Schild 500 Baht (wofür?) und einen Mann, der uns fragte ob er uns helfen könne.

In der Hoffnung auf eine Unterkunft überquerten wir die Straße und erklärten dem Mann unser Problem. Leider war er nicht der Besitzer eines Guesthouses, aber er bot sich an, uns mit dem Motorbike in eine Bungalow-Anlage zu fahren. Uns blieb kaum etwas anderes übrig, also nahmen wir an. Der Mann machte sich mit dem Rad auf den Weg, um das Motorbike zu besorgen, währenddessen warteten wir mit seinem kleinen Sohn bei ihm im Garten.

Er kam tatsächlich mit einem Motorbike zurück, allerdings nur mit einem und wir waren schließlich zwei Leute und Rucksäcke. Die Maximalbelastung eines Motorbikes liegt in Thailand bei einer Familie (in Deutschland bei zwei Personen, nur kurz zur Erinnerung): Das heißt Mama, Papa und drei Kinder haben locker auf einem Motorbike Platz, Erwachsene fahren überwiegend zu dritt oder maximal zu viert. Aber: Fahrer+Thomas+Rucksack+Karina+Rucksack, das ging vorne und hinten nicht auf.

Der Vorschlag war: Thomas würde vorfahren und Karina fünf Minuten später abgeholt werden. Zwar war uns bei dem Gedanken etwas mulmig, aber eine Alternative hatten wir auch nicht. Also stieg Thomas auf und es vergingen zehn Minuten, bis wir erleichtert feststellten, dass man hier wirklich einfach nur um unser Wohl besorgt war.

Wir kamen in einer Bungalow-Anlage unter, die außer uns nur von Thailändern bewohnt wird, soweit wir das beurteilen können. Auch das Personal sprach kaum englisch, aber für 450 Baht hatten wir ein super Zimmer.

Nach der ersten Schockverarbeitung stellten wir fest, dass wir eigentlich noch Hunger hatten und fragten an der Rezeption, wo es denn etwas zu Essen gäbe. Die Rezeption bestand aus zwei Teilen: Einem Haupthaus und einem Empfangshaus (dort waren wir), zwischen denen die Angestellten mit Fahrrädern hin und her fuhren – immerhin etwa 150 Meter Strecke. Nachdem wir uns verständlich gemacht hatten, fuhr einer der beiden Rezeptionisten ins Haupthaus und kam mit einem Motorbike und der Erklärung, wo wir ein Restaurant fänden wieder.

Ganz offensichtlich konnte man nicht nachvollziehen, dass wir zu Fuß gehen wollten. Aber womit sonst? Also gab es einen Kompromiss: Wenn wir das Motorbike, dass wir ja offensichtlich nicht fahren wollten, nicht nähmen, dann würde man uns zumindest hinbringen und wir hätten nur den Rückweg zu Fuß zu bewerkstelligen. Gesagt, getan, wir stiegen zu zweit auf das Motorbike (also bestand die Belegung aus drei Erwachsenen), dann ging es etwa einen Kilometer geradeaus, bis wir vor einem netten Restaurant abgesetzt wurden. Wie haben wir nur davon ausgehen können, dass sich diese Strecke ohne Motorbike zurücklegen lässt?

Das Restaurant war tatsächlich sehr nett, da es aber nicht das erste Restaurant war, an dem wir vorbeigefahren waren, gehen wir davon aus, dass man uns extra ein Restaurant mit englischer Karte gesucht hatte. Wir aßen Gelbes Shrimps Curry und Crocodile Steak, beides sehr lecker, allerdings wurden wir mal wieder gefragt, ob wir nicht europäisch essen wollten. Scheinbar fällt es den Thailändern schwer, sich damit anzufreunden, dass Europäer asiatisches Essen mögen – oder die meisten mögen es nicht, wer weiß?

Nach unserem netten Essen ließen wir uns vom Cousin des Restaurantbesitzers, der wirklich gut englisch sprach, erklären, wie wir am nächsten Tag nach Nong Khai kämen, denn dort wollten wir jetzt hin. Dann machten wir uns auf den Weg zu unserem Bungalow.

Auf etwa halber Strecke hielt ein Motorbike mit einer Frau und einem Mann, der Mann fragte uns auf Englisch, ob wir Hilfe bräuchten. Als wir verneinten, erklärte er, dass die Frau uns gesehen habe und ihm “befohlen” habe, uns zu fragen, ob alles in Ordnung sei. Nach einigen Minuten Smalltalk gingen wir weiter.

Im Bungalow angekommen, begannen wir unsere Weihnachtstage zu planen. Das Ergebnis wird erst bekannt gegeben, wenn wir Bestätigungen enthalten haben. Aber heute geht es nach Nong Khai ins MutMee Guesthouse.

Chiang Khan, nicht Chiang Mai

19. Dezember 2009

Wir wollten relativ zeitig nach Chiang Khan aufbrechen, doch vorher versuchten wir noch das Guesthouse zu erreichen, in dem wir anschließend schlafen wollten, denn dieses hatte sich bislang noch nicht bei uns gemeldet. Aber auch der Versuch dort anzurufen, schlug fehl.

Als die Besitzer unseres Guesthouses erfuhren, wohin wir fahren wollten, empfahlen sie uns eine andere Strecke zu fahren als wir ursprünglich geplant hatten, denn der Bruder der Frau wohnte in Chiang Khan und daher kannten sie die beste Strecke.

Gott sei Dank, wurde uns die neue Strecke aufgeschrieben und wir bekamen die thailändische Übersetzung gleich dazu geliefert, denn sonst wäre alles noch chaotischer abgelaufen als gedacht. Zunächst stiegen wir sehr souverän in den Lokalbus ein, das funktionierte tatsächlich ausgezeichnet und wir kamen genau am Busbahnhof an, ohne Umwege etc. .

Dann aber kam das erste Problem: Der Ticketkauf. Auf dem Busbahnhof konnte offensichtlich so gut wie niemand englisch, auch alle Schilder waren nur auf Thailändisch beschrieben, sodass wir einfach das erste seriöse Häuschen ansteuerten. Die Frau in dem Häuschen verstand uns zwar gar nicht, aber unseren Zettel konnte sie lesen und antwortete nach rechts zeigend “yellow”. Tatsächlich standen rechts einige yellow Busse, aber die Fahrer waren entweder ausgeflogen oder zeigten auch nach rechts. Irgendwann hatten wir eine kleine Menschentraube um uns herum versammelt und diese trieben jemanden auf, der Englsich sprechen konnte.

Doch die Auskunft, wir seien auf dem falschen Busbahnhof, erschien uns absurd, denn schließlich hatten wir genau das im Guesthouse noch mehrfach hinterfragt (und der englischsprechende Engländer sollte das Englische schon verstanden haben). Also gingen wir noch einmal an das Gebäude, das uns zuvor schon seriös erschienen war. Und diesmal hatte man Mitleid mit uns, die freundliche Dame stieg aus und brachte uns an den richtigen Bussteig – es war einfach ein anderer Abschnitt des Busbahnhofes, der tatsächlich ein gelbes Dach und gelbe Wände hatte und etwa drei Gehminuten von unserer ersten Anlaufstelle entfernt war. Zumindest wussten danach alle, wohin wir wollten, sodass wir nur noch den Anweisungen folgen mussten – man setzte uns dann schon in den richtigen Bus. Der Bus fuhr tatsächlich ohne Zwischenstopp an unser erstes Etappenziel, nur ein kurzer Halt wurde gemacht – um ein kleines Dorf mit einem Stapel Zeitungen zu beliefern.

Auch bei unserem Zwischenstopp wurde uns gleich mitgeteilt, wohin wir mussten und wieviel Zeit wir noch hatten. Wir kauften uns noch schnell ein Picknick bummelten ein wenig über den Markt und fuhren dann den Rest der Strecke nach Chiang Khan. In unserem zweiten Bus war der Ticketkontrolleur sogar so nett, uns darüber zu informieren, dass der Bus jetzt zehn Minuten stehen würde, damit jeder mal kurz das stille Örtchen besuchen könne.

Gegen 18 Uhr kamen wir in unserem Guesthouse an – diesmal war es wirklich ein Guesthouse. Wir hatten ein kleines Zimmerchen mit Bett und Moskitonetz, die Toilette mit Dusche war gegenüber und die Wände bestanden alle aus Holzbrettern. Aber: Es war total niedlich und wir hatten einen traumhaften Blick auf Laos, denn unser Fenster lag oberhalb einer Wiese, die am Mekong endete. Toll!

Der kleine Sohn der Besitzer half uns beim Zimmer beziehen und anschließend wurden wir den beiden Hunden vorgestellt, damit wir nicht nachts von diesen aus dem Haus gejagt wurden.

Nachdem wir eingezogen waren, gingen wir in ein Restaurant mit Mekong-Blick essen und anschließend ins Internetcafe um die Daheimgebliebenen darüber zu informieren, dass wir nicht wissen, inwiefern wir die nächsten Tage Internetanschluss haben würden.

Dann ging es ins Bett, schließlich wollten wir am nächsten Tag etwa 140 km am Mekong entlang nach Tha Bo fahren.

Essen auf der Schulmeile in Khon Kaen

18. Dezember 2009

Unser zweiter Tag in Khon Kaen sollte ganz entspannt sein und das war er auch. Wir standen relativ früh auf und genossen im Anschluss zunächst ein englisches Frühstück in unserem Guesthouse. Da der Besitzer des Guesthouse Brite war, bereitete uns seine Frau ein Breakfast bestehend aus: Baked Beans, saussages, eggs und weißem Toast, halt typisch englisch. Karina hatte ein derartiges Frühstück das letzte Mal vor zehn Jahren in London gegessen.

Nach dieser absolut unthailändischen Stärkung machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Bis Thomas den Stadtplan auch einmal zu sehen bekam, gingen wir zwar zunächst etwa zwei Kilometer lang in die von Karina vorgegebene entgegengesetzte Richtung, aber dann kamen wir doch an.

Zunächst kauften wir uns Tickets für den Nachtzug vom 21. auf den 22. von Nong Khai nach Bangkok, danach gingen wir ins Krankenhaus, weil Karinas Fäden gezogen wurden. Thailands Krankenhäuser sind irgendwie viel besser organisiert als die deutschen – wir haben maximal zehn Minuten gewartet.

Auf diese “Besorgungen” folgte dann ein entspannendes Tagesprogramm. Da wir uns lediglich vorgenommen hatten, gegen 18 Uhr im künstlichen See der Stadt zu essen, gingen wir zunächst in die neu gebaute Shopping Mall. Karina hatte so etwas noch nie gesehen und im fünften Stock gab es sogar eine Tanzschule, die leider noch geschlossen war, aber man konnte schon einen Einblick in den Ballettsaal gewinnen… .

Nach diesem kurzen Abstecher von etwa anderthalb Stunden machten wir uns dann auf den Weg zum See, denn schließlich ist Wasser ja immer nett. Auf dem Weg dorthin mussten wir jedoch an der Schulmeile vorbei. Es ist nämlich so, dass die Kinder in Thailand etwa bis 15 Uhr Schule haben und danach erst einmal Mittag essen. Dieses Essen wird an Ständen direkt neben der Schule gekauft, während man von der Familie abgeholt wird.

Wir gingen genau als die Kinder Schulschluß hatten an einer riesigen Schule vorbei und die Freßmeile, die diese Schule umgab war einige hundert Meter lang. Es wimmelte dort nicht nur vor Schulkindern sondern auch vor superleckeren Gerichten wie Huhn in Kokosmantel, Waffeln und wahnsinnig leckeren Smoothies. Wir schlenderten in aller Ruhe darüber und alles was uns gefiel, wurde von uns gekauft, sodass wir am See erst einmal schön picknicken konnten.

Während unseres Picknicks stellten wir fest, dass man den See auch mit einem Treetboot befahren konnte und nach einigen pantomimischen Höchstleistungen hatten wir erfahren, dass eine halbe Stunde 30 Baht kostete und saßen in einem roten Schwan, der uns dann weiter über den See brachte und von dem aus wir den beginnenden Sonnenuntergang beobachten konnten. Das hat sehr viel Spaß gemacht.

Auch unser Abendbrot war toll: Das Restaurant hat eine Terasse, die genau über den See gebaut war und wir saßen an einem Ecktisch, sodass wir neben uns zwei Seeseiten hatten. Gegessen haben wir leckeren Fisch. Nachdem wir einige Zeit an unserem Tisch gesessen hatten, stellten wir fest, dass gegenüber, auf einer weiteren Terasse, Menschen dabei waren, Fische zu füttern – als wir genauer hinsahen, entdeckten wir auch, um was für Fische es sich dabei handelte: Die Fische waren etwa dreißig Zentimeter breit und bestimmt einen Meter lang (jedenfalls die großen Exemplare), zwar wissen wir nicht, welche Sorte das war, aber die sahen schon krass aus. Nach dieser Entdeckung waren unsere Gespräche von “Boah, hast du den gesehen?” durchsetzt.

Gegen 20 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Guesthouse und stellten dabei fest, dass der Bus, der tagsüber ständig an uns vorbei gefahren war, anscheinend nicht mehr verkehrte. Also gingen wir wieder zu Fuß. Unsere Hauptentdeckung auf dem Rückweg war eine Gruppe von Menschen, die auf einem freien Platz neben einer Verkehrskreuzung offensichtlich einen Tanzkurs belegten. Jedenfalls tanzten dort etwa 12 Pärchen Cha-Cha-Cha.

Im Guesthouse angekommen sprangen wir noch schnell in den Pool und gingen dann schlafen – schließlich wollten wir am nächsten Tag weiter.

Khon Kaen

15. Dezember 2009

Karina war heute superfit und so schafften wir es, den Bus um 8.30 von Sukothai nach Khon Kaen zu erwischen. Der nächste fuhr erst um 11 Uhr, aber eigentlich waren wir davon ausgegangen, dass wir diesen nehmen würden. Außerdem hatte unser Guesthouse uns mal wieder zum Bahnhof gefahren, sodass wir den früheren Bus problemlos schafften.

Am Busbahnhof warteten wir zunächst gut eine halbe Stunde bis der Bus ankam, dann stiegen wir ein, hatten aber getrennte Plätze, da schon viele Leute im Bus saßen, die in der Nacht aus Chiang Mai gekommen waren. Um kurz nach 9 Uhr ging es dann aber endlich los.

Die Busfahrt bestand für uns hauptsächlich aus Schlaf. Wenn der Fahrer nicht hätte fahren müssen, hätten wir die Theorie aufgestellt, dass Schlafmittel durch die Air-Con in den Bus kommen, aber im Gegensatz zu uns war der Fahrer hellwach.

Als wir dann in Khon Kaen, der größten Uni-Stadt in Nord-Ost-Thailand, ankamen, nahmen wir zuerst ein Tuk-Tuk zum Guesthouse. Thomas schaffte es tatsächlich, den Fahrer davon zu überzeugen, dass wir nur die Hälfte von dem Preis zahlen würden, den dieser vorschlug und zwanzig Minuten später kamen wir im Guesthouse an.

Zunächst dachten wir, dass das Englisch der Angestellten hier ein wenig dürftig sei, doch die Kommunikation funktionierte und das Zimmer ist wirklich ein Traum. Zwar haben wir kein Appartement wie in Bangkok, dafür aber einen Duschvorhang!!!, einen Schreibtische, einen kleinen Balkon mit Wäscheständer und eine Terasse mit Gartenmöbeln, die allerdings auf den Allgemeinhof übergeht. Und: Wir haben einen Pool! Bei etwa 30° eine tolle Erfindung (Thomas hatte zwar keine Lust zu schwimmen, aber da kann man ihm dann auch nicht helfen, Karina jedenfalls hat das Wasser genossen.)!

Nach dem Entspannen haben wir uns die Umgebung angesehen und sind in einem Straßenrestaurant Essen gegangen. Dort waren wir mal wieder die Attraktion und innerhalb einer halben Minute hatten sich sechs der Kellnerinnen um unseren Tisch versammelt, um herauszubekommen, was wir denn wollten. Wir bestellten Fisch, denn auf der Straße hatten wir Grillfisch gesehen, der ungefähr doppelt so fett war wie vorher, denn man hatte ihn mit Kräutern gefüllt, ehe man ihn auf den Grill gelegt hatte. Dieser Wunsch brachte irgendwie das ganze Restaurant zum Lachen und wir sind uns immer noch nicht sicher, ob der Fischgrill überhaupt zum Restaurant gehörte oder separat einfach davor stand . Die Karte konnten wir nicht lesen, denn sie war nur auf Thailändisch. Auf alle Fälle war unser Essen superlecker. Außerdem wurde das Manu-Spiel in sämtlichen Restaurants der Gegend gezeigt, scheinbar sind die Thailänder Manu-Fans.

Nach unserem Essen gingen wir über den Markt und besorgten uns Nachtisch. Als wir uns dann auf den Weg nach Hause machten, stellten wir fest, dass wir zwar wussten, wie wir zu unserem Guesthouse abbiegen mussten, aber nicht mehr sicher waren, in welche der hundert Seitenstraßen. Die erste Straße, die wir erwischten war natürlich prompt falsch, aber dafür fand gerade eine Party von Jugendlichen statt, die uns den Weg noch einmal versuchten zu erklären. Sie boten uns sogar an, uns schnell rumzufahren, aber da wir wussten, dass es höchstens fünfzehn Minuten Fußweg sein könnten (und wir das Auto als Fortbewegungsmittel ja auch schon kennen), lehnten wir dankend ab.

Wir haben es dann tatsächlich geschafft, im Guesthouse anzukommen und genießen jetzt Blog schreibend und TV zappend (wir haben wahrscheinlich 100 Sender) unseren Kuchen.

Morgen werden wir uns dann einmal Khon Kaen ansehen (wobei es hier eigentlich nichts gibt und wir einfach nur mal entspannen wollen) und wir werden uns ein Krankenhaus suchen, damit jemand Karinas Fäden aus ihrem Arm zieht.

Sukothai – die Altstadt

15. Dezember 2009

Wir haben es mal wieder geschafft, besonders früh aufzustehen und deshalb konnten wir bereits um 8 Uhr den Bus nehmen, der von Neu- nach Alt-Sukothai fuhr. Unser Hotel brachte uns ja schließlich bis zur Abfahrtstätte insofern mussten wir uns nicht darum kümmern dahin zu kommen.

Bei unserem Bus handelte es sich um die typische thailändische Schulbusvariante (natürlich um die Zeit auch gefüllt mit Schülern), zwei Bänke links und Rechts in einem offenen Wagen, außerdem noch eine Bank in der Mitte und am Eingang gibt es Stangen, die einem ermöglichen außerhalb des Busses hinten zu stehen (besonders beliebt bei den coolen Jungs).

Unser Weg verlief zwar zunächst unspektakulär – es ging ja schließlich nur geradeaus – aber dann fiel unserm Busfahrer ein, dass er vergessen hatte, das Restaurant auf seiner Strecke mit Fleisch zu beliefern. Also: Drehung am nächsten U-Turn, in rasender Geschwindigkeit etwa vier Kilometer zurück, Fleisch abgeben, wieder drehen und ab nach Alt-Sukothai. Als Entschädigung wurden wir nicht an der Bushaltestelle, sondern direkt neben dem Fahrradverleih hinausgelassen.

Wir mieteten uns also Fahrräder und nutzten an dem Tag diese Möglichkeit, uns Ruinen anzusehen. Genauer beschreiben kann man die nicht, aber der Sukothai-Geschichtspark war den anderen Ruinen in pädagogischer Aufbereitung um einiges voraus. Das war sehr nett.

Um die Mittagszeit hatten wir Hunger, also nutzten wir die Chance, als sich uns ein typischer Straßenstand an einer der Ruinen zeigte. Wir orderten Fleischklößchen und ausgebratene Schwarte (jedenfalls vermuten wir das) und etwas zu trinken. Die Verkäuferin war scheinbar sehr erfreut, dass Touristen sich trauten, die typischen thailändischen Sachen zu essen und versorgte uns zusätzlich mit Toilettenpapier-Servietten und einer Picknick-Decke, sodass wir es uns richtig schön im Schatten auf dem Rasen gemütlich machen konnten. Toll! Die anderen Touris, die später irgendwann Getränke an dem Stand gekauft hatten, guckten ziemlich bedeppert, als wir der Verkäuferin die Sachen zurückgaben.

Anschließend fuhren wir wieder Fahrrad und beschlossen um 15 Uhr den Bus zurück zu nehmen, doch vorher gab es noch ein Eis und ein Getränk, denn es war heiß an dem Tag.

Da wir bis zu dem Zeitpunkt nicht wussten, wohin es weitergehen sollte, gingen wir in die Rezeption unseres Guesthouses, denn nur dort hatten wir Internet (deshalb auch so lange kein Blog) und sahen uns diverse Möglichkeiten an, konnten uns aber noch nicht entscheiden und beschlossen um 18.30 Uhr mit dem Rad in die Stadt zu fahren, um Abendbrot zu essen.

Dieses Mal hatte das uns empfohlene Guesthouse geöffnet und wir wurden vom Besitzer freundlich begrüßt. Allerdings kam kurz darauf die zaghafte Warnung “real thai kitchen”. Nun ja, deswegen waren wir ja dort und er freute sich, als wir daraufhin blieben und nicht die Flucht ergriffen. Also aßen wir zum zweiten Mal in Folge leckeres Essen mit Flußblick und stellten dabei fest, dass Anti-Mücken-Lichter tatsächlich sehr effektiv sind.

Während unseres Abendbrots beschlossen wir diverse Routen, wollten dann noch durch die Stadt bummeln und dann im Guesthouse die Buchungen für die nächsten Tage vornehmen.

Im Guesthouse angekommen, stellten wir fest, dass sämtliche unserer ursprünglichen Pläne nicht wirklich umsetzbar waren (sicherlich schon, aber wir vermuten, dass man zumindest einen Grundwortschatz Thailändisch können sollte, ehe man in eine Gegend geht, die nicht ein bezahlbares Guesthouse im Internet anbietet).

Dann aber stand unser Entscheidung fest: Wir wollten zunächst nach Khon Kaen, um uns dort zwei Tage in diesem Guesthouse zu entspannen. Danach soll es weiter gehen an den Mekong.

Nachdem diese Entscheidung getroffen wurde, gingen wir dann auch schlafen. Schließlich hatte Karina immer noch Husten von der Air-Con.